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Das Ministerium für Agrarpolitik der Ukraine hat einen Auslaufstopp über das ukrainische Segelschulschiff KHERSONES verhängt. Das Schiff liegt seitdem im Heimathafen Kerch fest. Direkt betroffen von dem verhängten Auslaufstopp ist der Schiffseigner der KHERSONES, das Kerch Maritime Technological Institute in Kerch (KMTI), sowie der Reiseveranstalter und Bareboatcharterer Inmaris aus Hamburg. Beide Parteien sind als Vertragspartner seit über 15 Jahren für ihr zuverlässiges, beispielloses und erfolgreiches Vertragsverhältnis bekannt. Die KHERSONES bzw. das KMTI ist dem Agrarministerium behördlich zugeteilt. Bis zum heutigen Tag sind bereits die ersten zwei KHERSONES-Reisen ausgefallen: Die Libyenreise der „Sachsen-Sail Club Leipzig e.V.“ (geplant ab/ an Malta 23.4.-30.4.) sowie die zweite Libyenreise (geplant ab/ an Malta 30.-4.-7.5.), auf der zudem rund 18 renommierte Vertreter der Presse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingebucht waren. Alleine der Reiseausfall der beiden Libyen-Reisen beläuft sich bis heute auf einen finanziellen Schaden von über 600.000 EURO.
Die KHERSONES sollte planmäßig am 07.04.06 aus dem Hafen von Kerch auslaufen, um seine alljährliche Segelsaison anzutreten. Der Kapitän, 42 Besatzungsmitglieder und 72 Kadetten waren bereits an Bord und das Schiff umfangreich ausgestattet mit Verpflegung, Technik, Treibstoff, Frischwasser, allen gültigen Schiffsdokumenten und Ausrüstung, als plötzlich und ohne vorherige Mitteilung an den Schiffseigner KMTI bzw. Inmaris vom ukrainischen Agrarministerium ein Auslaufstopp verhängt wurde. Gründe, die diese Anweisung rechtfertigen, sind dem Schiffseigner KMTI sowie Inmaris bis heute nicht bekannt und nicht offiziell mitgeteilt worden.
Inmaris wurde am 07.04.06 vom Kapitän der KHERSONES, Mikhail Sukhina, über diese Anweisung informiert und hat umgehend über diplomatische Wege als auch über direkte Kontakte versucht, die Situation zu lösen. Bis heute haben die Betroffenen, Inmaris, das KMTI sowie die Besatzung der KHERSONES, folgende Schritte eingeleitet: • Wie das KMTI berichtete, haben Kadetten der KHERSONES am vergangenen Freitag, den 21.4.06, vor dem Präsidentenhaus in Kiew für ihr Recht auf Ausbildung demonstriert. • Die ukrainische Presse in Kiew und Kerch hat diese Problematik bereits aufgegriffen. • Inmaris steht im engen Kontakt mit dem ukrainischen Außenministerium, dem ukrainischen Botschafter in Berlin, dem deutschen Botschafter in der Ukraine sowie dem ukrainischen Generalkonsulat in Hamburg. Der ukrainische Präsident, Herr Juschtschenko, ist inzwischen persönlich informiert. Über den scheinbar willkürlich verhängten Auslaufstopp des Agrarministeriums ist Inmaris, das KMTI sowie die gesamte Besatzung der KHERSONES zutiefst erschüttert. Da den Betroffenen bis heute keine offizielle Erklärung vorliegt, die einen Auslaufstopp der KHERSONES rechtfertigen, muss davon ausgegangen werden, dass sich dieses Ereignis in die Problematik des jetzigen Regierungswechsels der Ukraine einreiht. Offensichtlich gibt es zwischen dem Agrarministerium sowie dem Schiffseigner KMTI unterschiedliche Ansätze über die generelle Nutzung des Schiffes. Fakt ist, dass zwischen dem KMTI und Inmaris keine vertraglichen oder interpersonellen Unstimmigkeiten herrschen, sondern das diese beiden Vertragspartner vielmehr versuchen, gemeinsam das einzigartige ukrainisch-deutsche Projekt zu retten.
Der Schiffseigner der KHERSONES, das KMTI, ist ein international hoch angesehenes Ausbildungsinstitut in Kerch. Es ist dafür bekannt, ukrainische Kadetten für die nationale Handels- und Fischereimarine professionell und erfolgreich auszubilden. Auf der KHERSONES absolvieren die jungen Kadetten jeweils rund 3 Monate im Jahr den praktischen Teil ihrer Ausbildung. Inmaris fungiert dabei seit über 15 Jahren als Reiseveranstalter, internationales Schiffsmanagement und Bareboatcharterer der KHERSONES und sorgt seitdem dafür, dass die „schwimmende Seefahrtsschule“ durch touristische Teilnutzung finanziell unterstützt wird. So werden ca. 80 – 95 % der jährlichen Schiffskosten durch die Arbeit von Inmaris gedeckt. Das Ziel dieses Projektes ist nicht die private Gewinnerzielung für den Schiffseigner KMTI, sondern die Erzielung eines Kostendeckungsbeitrages. Die Erhaltung und die Pflege des Kap-Hoorn-Traditionssegelschiffes KHERSONES sowie die Vermittlung vom Wissen um „echtes Windjammersegeln“ nimmt dabei ebenfalls einen hohen Stellenwert ein. Das einzigartige ukrainisch-deutsche Projekt zwischen dem KMTI und Inmaris arbeitet seit über 15 Jahren erfolgreich, vertragsgetreu und mit höchstem persönlichem Einsatz auf beiden Seiten. Bis zu diesem Tage haben alleine rund 4500 ukrainische Kadetten den praktischen Teil ihrer Ausbildung auf der KHERSONES erfolgreich absolviert. Insbesondere dem Einsatz von Inmaris ist es zuzuschreiben, dass die KHERSONES als Windjammer-Flaggschiff in der maritim-touristischen Szene in Westeuropa bekannt und beliebt ist. Als regelmäßiger Star-Gast hat es auf den großen maritimen Hafenfesten wie z.B. der Kieler Woche, Travemünder Woche und dem Hamburger Hafengeburtstag bereits ein Millionen-Publikum begeistert. Die KHERSONES ist mit seinem Kapitän M. Sukhina und seiner Besatzung unlängst zu einer beliebten Botschafterin der Ukraine geworden, die aktiv dazu beiträgt, den kulturellen Austausch zwischen der Ukraine und West-Europa freundschaftlich und zukunftsweisend zu gestalten. Das ukrainisch-deutsche KHERSONES-Projekt sichert in der Ukraine und Deutschland insgesamt rund 75 Arbeitsplätze. Zahlreiche ehrenamtliche Initiativen und Personen haben bis heute in vielen unentgeltlichen Arbeitseinsätzen zum Erfolg dieses Projektes, der Ausstattung des Schiffes sowie der persönlichen Unterstützung der ukrainischen Bordbesatzung beigetragen. Ebenfalls besonders hervorzuheben sind die Beteiligungsinvestoren und Darlehensgeber, die im Vertrauen in die langjährige Zusammenarbeit mit der ukrainischen Seite den Umbau und die Modernisierung des Schiffes finanziell mitgetragen haben.
Dank der zahlreichen positiven Resonanzen und der intensiven Unterstützung der o.g. Institutionen, Presse, Regierungskreise und Einzelpersonen sowie den Inmaris Investoren, dem Charterkunden „Sachsen-Sail Club Leipzig e.V.“, dem Freundeskreis der KHERSONES, der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft, der deutschen Wirtschaftsdelegation der Ukraine und den vielen weiteren engagierten Einzelpersonen ist Inmaris voller Hoffnung, dass das Schlimmste verhindert wird und die KHERSONES in den kommenden Tagen auslaufen kann.
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