Drei - Mast Bark LORD NELSON -

barrierefreie Segelabenteuer

behindertengerechtes Segeln auf der Bark Lord Nelson

 


 

Geschichte der LORD NELSON:

Die Dreimast Bark Lord Nelson wurde 1986 gebaut und gehört der Organisation Jubilee Sailing Trust (JST) in Großbritannien. Jubilee Sailing Trust wurde 1978 von Christopher Rudd gegründet. Das Ziel der Organisation ist, Integration zwischen körperlich behinderten und nicht behinderten Erwachsenen durch Windjammersegeln zu fördern.

Die Organisation ermöglicht körperbehinderten Menschen und Menschen mit Sinneseinschränkungen (Mindestalter 16 Jahre) als Mischmannschaft im Altern zwischen 16 und 70+ Jahren auf einem Großsegler zu dessen Mannschaft zu gehören. So ist es möglich, dass die Hälfte der Mitsegler an Bord dieser modernen Bark aus körperbehinderten Seglern besteht, die voll in das Bordprogramm integriert sind.

Es gibt keine Passagiere; alle werden nach ihren Möglichkeiten gefordert. Vor allem junge Leute sollen hier mit ihrer Behinderung neue Möglichkeiten für ihr Leben entdecken.

Die Windjammer Lord Nelson und das Schwesterschiff Tenacious sind weltweit die einzigen Großsegler, die ausschließlich mit diesem Ziel entworfen und gebaut wurden.

Mit der Lord Nelson beweisen die Engländer seit mehr als 15 Jahren überzeugend, dass es möglich ist, auch mit Körperbehinderten ein Segelschiff zu fahren. Die  Lord Nelson wurde von Colin Mudie als Bark so konstruiert, dass sie an Deck und unter Deck auf den meisten Stationen mühelos von Rollstuhlfahrern bedient werden kann.

Daher gibt es Beschriftungen in Blindenschrift, Lifte zwischen den Decks, breite Gänge und Kojen mit Vibrationskissen, um im Notfall Alarm auszulösen, eine kraftunterstützte Steuerung sowie einen sprechenden Kompass.

Auf Rollstuhlfahrer warten acht geräumige Kabinen, inklusive Sitzen in den Duschen. Die Kombüse und die Messe der Lord Nelson sind behindertengerecht ausgestattet und es gibt eine Werkstatt, Salon und eine Bar an Bord.

Seit ihrer Jungfernfahrt in 1986 hat die Lord Nelson bis heute über 450.000 nautische Meilen auf den Weltmeeren zurückgelegt und fast 29.000 Menschen haben auf ihr Segelreisen unternommen. Davon waren ca. 11.500 Menschen körperlich behindert und mehr als 3.500 davon waren Rollstuhlfahrer.

Deren Körperbehinderungen schließen ein: zerebrale Kinderlähmung, Multiple Sklerose, Spaltwirbel, Paraplegia und andere mehr…

Die Erfahrung zeigte, dass körperliche Behinderungen, egal welcher Art, an Bord kein Problem sind. Allerdings gelten Beschränkungen für geistig behinderte Mitsegler, wenn eine spezielle Medikation oder Beaufsichtigung erfolgen muss. Für Notfälle sind stets eine Krankenschwester und ein als "Urlauber" mitreisender Arzt dabei.

Die Trainees werden auf Deck paarweise eingeteilt. Körperbehinderte und über 80-jährige Trainees bekommen einen eigenen "Peer" oder "Buddy" als Partner, der sich bei stürmischer See um seinen Kumpel kümmert. "Schwierig wird es nur", so Gudrun Moede, "wenn der Buddy seekrank ist! Dann müssen andere helfen." Alle lernen so voneinander. Oberstes Ziel ist es immer: Jeder macht mit oder kommt mit. Keiner wird wegen seiner Behinderung zurückgelassen.

So kann ein Rollstuhlfahrer auf der Lord Nelson sogar den Klüverbaum mit neun Meter langem Vorgeschirr mit seinem Rollstuhl allein befahren oder von seinen Kollegen bis zur Saling hochgezogen werden und so 15 Meter über Deck die Aussicht genießen. Scharniere ermöglichen es, den Rollstuhl mit Haltegurten überall auf dem Schiff festzuzurren, zum Beispiel, um Wache zu halten.

Für den Rollstuhl gibt es einen gesonderten "Innensitz" mit Tragegurt, um Segler in Notfällen auch ohne Rollstuhl von einem Deck aufs andere zu hieven.

Das Konzept von Jubilee Sailing Trust hat sich bewährt, so dass weltweit erstmals ein Segelschulschiff entstand, auf dem Körperbehinderte keine Randgruppe der Gesellschaft sind.